Eine über 1000 Jahre alte vegetarische Esskultur mit vielen veganen Rezepte

Thali

In Indien wird nur zwischen zwei Ernährungs- und Lebensweise unterschieden: der vegetarischen und der nicht-vegetarischen. Vegetarische Ernährung meint pflanzliche Nahrung, einschließlich Milch, Butter und Käse. Eier und Fisch hingegen sind der nicht-vegetarischen Küche zuzuordnen.

Aufgrund der Klimabedingungen und der kulturellen Unterschiede gibt es in Indien sehr starke Unterschiede bezüglich der Essgewohnheiten der Menschen. Aus Sicht der Europäer ist das kulinarische Indien in Nord und Süd geteilt. Die Nordindische Küche bietet vielfältige Fleischgerichte, meist mit Lamm-, Ziegen oder Hühnerfleisch. In Südindien wird dagegen vor allem Reis, Curry und Kokosmilch verarbeitet. Außerdem durch das tropische Klima und der Nähe zur Küste gibt es eine große Variation an Fischgerichten. Die in Europa angebotene indische Küche ist meist die aus dem Norden Indiens stammende. Die nordindische Küche ist schon lange Teil europäischer Esskultur: “Chicken Tikka Masala”, “Nan Brot”, sowie “Dal Makkhani” sind beliebte Gerichte bei den Europäern.

Auch innerhalb der vegetarischen Küche gibt es zahlreiche Unterschiede, die auf der religiösen Diversität basieren: Hinduismus, Buddhismus und Jainismus: Die Jains – heute leben mehrere Millionen im Westen Indiens, sind strenge Vegetarier. Sie lehnen selbst Ackerbau ab, weil dabei Bodenlebewesen gefährdet werden. Der Jainismus entstand etwa 6 Jahrhundert v. Chr. Heute leben viele Jains in dem indischem Bundesstaat Gujarat:

Gujarat hat ca. 60 Millionen Einwohner, über 90% der Menschen dort sind schon seit mehreren Generationen strenge Vegetarier. Die Mehrheit der Einwohner Gujarats sind Hindus. Hier leben die meisten Vegetarier Indiens. Ein Großteil der Gujrati Küche ist vegan. Der Gujarati serviert die Mahlzeiten traditionell auf großen Edelstahl Platten (Thali). Darauf ist eine Vielzahl an Dal, Gemüse, Bohnen und Hülsenfrüchte, Salat, Chappati (Brot), Reis, Chutneys, Pickles, Papadam und Süßigkeiten angerichtet. Die Gerichte sind, bis auf die Süßigkeiten, überwiegend vegan. Die Süßigkeiten sind oft mit Ghee (indischer Butterschmalz) und Milch zubereitet. In vielen Regionen Indiens werden die Speisen ohne tierische Produkte zubereitet, das Wort “vegan” ist jedoch völlig unbekannt. In ganz Indien wird Ghee auf dem indischen Brot gegessen. Diese Form das Brot zu genießen, ist fester Bestandteil der indischen Mahlzeit. Daher kann die indische Küche als eine vegetarische Esskultur bezeichnet werden.